
Solarfragen.de Marktanalyse PV-Anlagen & Batteriespeicher - Q3 2026
Die Solarfragen.de Marktanalyse erscheint ab sofort zum Abschluss jedes Quartals. Sie gibt einen unabhängigen, datenbasierten Überblick über Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher in Deutschland.
Grundlage ist die Solarfragen.de Marktdatenbank, eine laufend gepflegte Sammlung realer Angebote aus ganz Deutschland. Aktuell umfasst sie 1.484 Angebote mit einem Gesamtvolumen von über 29 Mio. €. Erfasst sind Gebäudesolaranlagen zwischen 4 und 30 kWp einschließlich aller unmittelbar verbundenen Montage-, Sicherungs- und Planungskosten. Als Preisangaben nutze ich Medianwerte und Preisspannen, die die mittleren 70 % der Angebote abdecken.

Aktuelles Preisniveau PV-Anlagen und Batteriespeicher
Eine PV-Anlage ohne Speicher kostet aktuell im Median rund 10.000 € für 6 kWp, 13.700 € für 10 kWp, 16.400 € für 14 kWp, 19.900 € für 18 kWp und 23.900 € für 25 kWp.
Pro kWp heißt das: rund 1.660 € bei einer kleinen Anlage und rund 960 € bei 25 kWp, also über 40 % weniger. Der Grund sind die Fixkosten. Gerüst, Anfahrt und Inbetriebnahme fallen auch bei einer kleinen Anlage voll an. Das nächste Modul ist deshalb oft deutlich günstiger, als der Durchschnittspreis vermuten lässt. Größer bauen lohnt sich daher oft, aber nicht immer und nicht unbegrenzt.
Speicher kosten im Median rund 2.000 € (4 kWh), 2.800 € (7 kWh), 4.000 € (10 kWh) und 5.800 € (15 kWh). Hier fällt der Mengenrabatt kleiner aus, weil das Material einen größeren Anteil am Preis hat.


Der Median allein sagt wenig
Das ist mir wichtig: Innerhalb einer Größenklasse liegen die mittleren 70 % der Angebote um 30 bis 45 % auseinander. Für die Einordnung eines konkreten Angebots ist deshalb nicht nur der Median entscheidend, sondern auch die Marktspanne.
Ein Angebot über dem Median ist also nicht automatisch überteuert, und ein günstiges Angebot ist nicht automatisch gut. Nicht nur die Preisgestaltung des Installateurs, sondern auch der Zustand der Elektrik, die Dachsituation, die konkreten Anforderungen, die gewählten Komponenten und Garantien machen den Unterschied. Ohne einen qualitativen Blick auf das konkrete Projekt geht es nicht.

Preisentwicklung: Solarfragen.de PV- und BAT-Index
Wer in diesem Jahr die Großhandelspreise für Solarmodule verfolgt hat, musste mit dem Schlimmsten rechnen. Der pvXchange-Modulpreisindex ist beispielsweise seit dem Tiefstand Ende 2025 je nach Modulklasse um 19 bis 27 % gestiegen. Wichtige Rohstoffe wie Silber, Kupfer und Aluminium sind teurer geworden. Dazu hat China zum 1. April die Exportförderung für PV-Module gestrichen und für Batterien reduziert.
Bei den Hausbesitzern kommt davon bisher erstaunlich wenig an. Der Solarfragen.de PV-Index liegt aktuell bei 102,3 Punkten. Seit Dezember 2025 sind die Endkundenpreise also nur um rund 2,3 % gestiegen. Speicher sind sogar günstiger geworden: Der BAT-Index steht bei 93,5 Punkten, das sind 6,5 % weniger.


Warum die Lücke zwischen Großhandel und Dach? Dafür sehe ich im Wesentlichen drei Gründe:
- Module sind nur ein Teil der Rechnung. Montage, Planung, Gerüst und Elektrik machen nach meinen Erfahrungswerten 40 bis 60 % des Gesamtpreises aus. Eine Preissteigerung bei den Modulen schlägt deshalb nur gedämpft durch.
- Lagerbestände puffern. Was heute verbaut wird, wurde oft noch zu älteren Preisen eingekauft.
- Der Wettbewerb ist hart. Nach dem Boom 2022/23 schrumpft das Segment der privaten Dachanlagen. Höhere Einkaufspreise lassen sich deshalb nicht einfach weitergeben. Das geht im Moment zulasten der Margen.
Ob das so bleibt, ist offen. ist offen. Ein Faktor ist der Endspurt vor der EEG-Reform, mehr dazu im nächsten Abschnitt. In einzelnen Angeboten sehe ich schon jetzt: Wer eine Fertigstellung noch in 2026 garantiert, verlangt dafür teilweise mehr als bei einem Angebot für eine Inbetriebnahme in 2027.
Marktentwicklung
2026 ist sehr schwach gestartet. Im Januar und Februar lag der Zubau bei Gebäudesolaranlagen zwischen 4 und 30 kWp um 32 bzw. 36 % unter dem Vorjahr. Seitdem hat er sich erholt und liegt inzwischen über den Monatswerten von 2025. Die Gründe dafür sehe ich vor allem in den Energiepreisen und in der geplanten EEG-Reform zum Jahr 2027 (Stand 07.10.2026).
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Für das vierte Quartal erwarte ich deshalb einen starken Endspurt. Wer eine Anlage unter 25 kWp plant oder schon baut, hat einen großen Anreiz, sie noch bis zum 31.12.2026 in Betrieb zu nehmen. Für das erste Quartal 2027 rechne ich dagegen mit einem deutlichen Rückgang. Ein Teil der Investitionen, die eigentlich für 2027 geplant waren, wird schon jetzt umgesetzt. Wie es danach weitergeht, hängt vor allem an der finalen Ausgestaltung der Reform und den Übergangsregeln.

Und noch ein Blick auf das große Ganze: 2006 wurde der PV-Zubau klar von Dachanlagen dominiert. Seitdem hat sich das Verhältnis immer weiter zur Freifläche verschoben. 2026 könnte das erste Jahr werden, in dem auf Freiflächen mehr zugebaut wird als auf Dächern.
