Glossar & Stichwortverzeichnis

Wichtige Begriffe und Abkürzungen rund um Solarenergie

A

AC  (Wechselstrom)

Wechselstrom (englisch: alternating current) ist elektrischer Strom, dessen Richtung periodisch wechselt (in Europa in der Regel mit einer Frequenz von 50 Hz). In der Energieversorgung und im Haushaltsbereich wird in der Regel Wechselstrom genutzt. PV-Zellen erzeugen dagegen zunächst Gleichstrom (DC), der dann vom Wechselrichter in AC umgewandelt wird. Die Arbeiten am Wechselrichter und dem Anschluss ans Stromnetz werden häufig auch  AC-Arbeiten genannt.

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APZ-Feld  (Anschlusspunkt Zählerplatz)

Der Anschlusspunkt Zählerplatz dient als Schnittstelle zwischen Haus­über­ga­be­punkt (HÜP) und dem Zähler­platz. Bei älteren Zählerplätzen ohne APZ-Feld kann der Einbau im Zuge des Zählerwechsels für eine PV-Anlage verpflichtend sein.

Autarkiegrad (Autarkie)

Autarkie bei einer PV-Anlage bezeichnet den Grad der Unabhängigkeit vom öffentlichen Strombezug. Der Autarkiegrad (bzw. die Autarkiequote) ist der Prozentsatz des gesamten Strombedarfs eines Haushalts, der direkt mit selbst erzeugtem Solarstrom oder aus einem Batteriespeicher gedeckt wird:

Autarkiegrad in Prozent =  100 x selbst genutzter PV Strom (Eigenverbrauch) / gesamter Stromverbrauch (Eigenverbrauch + Netzbezug)

Ein höherer Autarkiegrad bedeutet eine größere Unabhängigkeit vom Stromversorger und steigenden Strompreisen. Ein 100%iger Autarkiegrad ist bei PV-Anlagen in Mitteleuropa allerdings in der Praxis kaum erreichbar. Er wäre auch nicht wirtschaftlich, da er eine starke Überdimensionierung von PV-Anlage und Speicher erfordern würde. Der Autarkiegrad ist nicht mit der Eigenverbrauchsquote zu verwechseln. Erstere bestimmt in erster Linie die Unabhängigkeit, letztere ist wichtig für die Wirtschaftlichkeit.

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B

Balkonkraftwerk (Steckersolar)

Balkonkraftwerke (Steckersolargeräte) sind einfache kleine PV-Anlagen. Sie bestehen aus 1-4 Photovoltaikmodulen (maximal 2.000 Wp), einem Wechselrichter (maximal 800W), einer Anschlussleitung im Stecker sowie einer passenden Unterkonstruktion zur Montage. Spezielle Batteriespeicher für Balkonkraftwerke sind ebenfalls verfügbar.

Balkonkraftwerke können in der Regel ohne einen Elektrofachbetrieb und ohne eine Meldung an den Energieversorger installiert werden. Lediglich eine Anmeldung im Marktstammdatenregister ist erforderlich. Im Gegenzug erhalten Balkonkraftwerke keine EEG Vergütung, sie rentieren sich also allein über den Eigenverbrauch. Balkonkraftwerke können auch von Mietern (mit Zustimmung des Vermieters), z. B. auf den Balkonen oder auch auf Dachflächen, montiert werden.  

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Batteriespeicher (Heimspeicher, PV-Speicher, Stromspeicher)

Ein Batteriespeicher ist ein elektrochemisches Speichersystem, das überschüssigen Solarstrom zwischenspeichert und später wieder zur Verfügung stellt. Er erhöht den Eigenverbrauchsanteil einer PV‑Anlage, weil tagsüber erzeugter Strom abends oder nachts genutzt werden kann. Moderne Heimspeicher basieren fast immer auf Lithium‑Ionen‑Technologie, da sie hohe Effizienz, lange Lebensdauer und kompakte Bauformen ermöglichen.

Im Zusammenspiel mit einer Photovoltaikanlage verbessert ein Batteriespeicher die Unabhängigkeit vom Stromnetz, kann Lastspitzen glätten und ist die Voraussetzung für Not- und Ersatzstromlösungen. Gut dimensionierte Speicher sind inzwischen meist wirtschaftlich - die konkrete  wirtschaftliche Sinnhaftigkeit hängt jedoch stark von individuellen Faktoren ab – etwa dem Stromverbrauchsprofil, der Speichergröße und den Anschaffungskosten.

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Bifazial

Bifaziale PV‑Module sind Solarmodule (in der Regel Glas‑Glas‑Module), die beide Seiten zur Stromerzeugung nutzen. Neben der direkten Einstrahlung auf der Vorderseite wandeln sie auch reflektiertes, diffuses Licht auf der Rückseite in Energie um. Dadurch können sie mehr Ertrag liefern als herkömmliche monofaziale Module – etwa 5 bis 20 %.

Wie hoch dieser Effekt ist, hängt von Untergrund, Montagehöhe und Umgebung ab. Entscheidend ist, wie viel Licht auf die Rückseite des Moduls gelangt. Bei Solarzäunen, Freiflächenanlagen und aufgeständerten Modulen auf einem Flachdach ist der Effekt daher deutlich größer als bei PV‑Modulen, die parallel zur Dachfläche montiert sind.

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Blindleistung

Blindleistung ist elektrische Leistung, die zwischen Wechselrichter und Stromnetz hin- und herfließt, ohne in nutzbare Energie umgewandelt zu werden. Sie entsteht durch die physikalischen Eigenschaften von Wechselstrom und wird benötigt, um Spannungsniveau und Netzstabilität aufrechtzuerhalten.

Moderne Wechselrichter müssen Blindleistung bereitstellen oder aufnehmen können. Dies geschieht häufig über den sogenannten Leistungsfaktor (cos φ), der das Verhältnis von Wirkleistung zu Blindleistung beschreibt. Für den Anlagenbetreiber hat Blindleistung keinen direkten Nutzen, ist aber technisch notwendig, damit das öffentliche Stromnetz stabil bleibt.

Blindleistung reduziert nicht den PV‑Ertrag, kann aber dazu führen, dass der Wechselrichter bei hoher Einspeisung etwas weniger Wirkleistung abgeben darf, wenn er gleichzeitig Blindleistung bereitstellen muss.

C 

CO₂‑Bilanz

PV‑Anlagen sparen über ihren gesamten Lebenszyklus ein Vielfaches der Emissionen ein, die bei ihrer Herstellung entstehen. Das führt zu einer sehr günstigen Klimabilanz im Vergleich zu fossilen Energieträgern.

Völlig emissionsfrei sind sie jedoch nicht. Die CO₂‑Bilanz beschreibt die gesamte Menge an Kohlendioxid‑Emissionen, die durch ein Produkt, eine Tätigkeit oder einen kompletten Lebenszyklus verursacht wird. Bei Photovoltaik umfasst sie alle Phasen: Herstellung, Transport, Installation, Betrieb und Recycling.

Der größte Teil der Emissionen entsteht bei der Produktion der Module; während des Betriebs erzeugen PV‑Anlagen dann emissionsfreien Strom. In einer ganzheitlichen Betrachtung (einschließlich Herstellung, Transport und Entsorgung) liegt der CO₂‑Ausstoß laut Umweltbundesamt – je nach Produktionsbedingungen, Anlagenstandort und Lebensdauer – zwischen 30 und 60 g CO₂ pro erzeugter kWh. Dieser Wert sinkt kontinuierlich, vor allem durch effizientere Herstellungsverfahren, steigende Moduleffizienz und bessere Recyclingquoten.

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D 

DC  (Gleichstrom)

Gleichstrom (englisch: direct current) ist Strom, der konstant in eine Richtung fließt.

Gleichstrom wird vor allem in batteriebetriebenen Geräten wie Elektroautos, Smartphones und Laptops genutzt. PV-Module produzieren Gleichstrom, auch die Batteriespeicher von PV-Anlagen speichern in der Regel Gleichstrom. In der Energieversorgung wird dagegen in der Regel Wechselstrom genutzt. Für den Hausgebrauch oder die Einspeisung in das Stromnetz wird der Gleichstrom daher von Wechselrichtern in Wechselstrom umgewandelt.

Die Arbeiten an den PV-Modulen einschließlich der Verkabelung bis zum Wechselrichter werden daher häufig auch DC-Arbeiten genannt.

Siehe auch:

Degradation

Degradation bezeichnet den natürlichen Leistungs- bzw. Kapazitätsrückgang von PV‑Modulen und Batteriespeichern im Laufe ihrer Lebensdauer. Sowohl Module als auch Speicher verlieren mit den Jahren einen kleinen Teil ihrer ursprünglichen Leistungsfähigkeit. Dieser Prozess ist normal, technisch einkalkuliert und wird sowohl in Herstellergarantien als auch in seriösen Wirtschaftlichkeitsberechnungen berücksichtigt.

Degradation bei PV‑Modulen
PV‑Module verlieren jährlich einen kleinen Teil ihrer Leistung. Typische Werte moderner Module liegen bei:

  • 0,3–0,7 % pro Jahr
  • leicht erhöhte Anfangsdegradation im ersten Betriebsjahr

Ursachen sind u. a. UV‑Strahlung, Temperaturwechsel, Feuchtigkeit, Materialalterung und mechanische Belastungen.
Hersteller garantieren in der Regel, dass nach 25–30 Jahren noch 80–90 % der ursprünglichen Leistung vorhanden sind.

Degradation bei Batteriespeichern
Moderne Lithium‑Speicher sind deutlich langlebiger als ältere Systeme. Realistische Werte liegen heute bei 1,5–3 % Kapazitätsverlust pro Jahr abhängig vom  Ladeverhalten und der Zahl der Ladezyklen. Typische Garantien moderner Heimspeicher umfassen:

  • 10 Jahre Garantie
  • 60–80 % Restkapazität nach 10 Jahren
  • 3000–6000 Zyklen (LFP meist am oberen Ende)
     

Siehe auch:

Dynamische Stromtarife

Ein dynamischer Stromtarif ist ein Stromtarif, bei dem sich der Strompreis im Tagesverlauf verändert und sich an den aktuellen Preisen an der Strombörse orientiert. Die Preise werden meist stündlich oder viertelstündlich angepasst. Typischerweise ist Strom dann günstig, wenn viel erneuerbare Energie im Netz verfügbar ist (z. B. bei viel Sonne oder Wind), und teurer bei hoher Nachfrage oder geringer Einspeisung.

Dynamische Stromtarife eignen sich besonders für Haushalte, die einen Teil ihres Stromverbrauchs flexibel verschieben können. Sie ermöglichen es, Strom gezielt dann zu nutzen oder zu speichern, wenn er besonders günstig ist. Voraussetzung ist in der Regel ein Smart Meter.

Der tatsächliche Nutzen hängt stark vom individuellen Verbrauchsverhalten ab: Wer größere Teile seines Stromverbrauchs flexibel anpassen kann (z. B. mit einem Elektroauto oder einer Wärmepumpe), hat das größte Einsparpotenzial. Ohne eine solche Anpassung kann ein dynamischer Tarif auch zu höheren Kosten führen.

Für PV-Besitzer mit Batteriespeicher können dynamische Tarife eine sinnvolle Ergänzung sein, sind aber nicht automatisch ein Vorteil. So kann z. B. der Speicher gezielt gefüllt werden, wenn die Strompreise gerade niedrig sind. Günstige Strompreise treten allerdings häufig dann auf, wenn die PV-Anlage ohnehin viel Strom produziert – insbesondere im Sommer. Der zusätzliche Nutzen durch das gezielte Laden aus dem Netz ist daher oft begrenzt.

E

EEG  (Erneuerbare-Energien-Gesetz)

Das Erneuerbare‑Energien‑Gesetz (EEG) ist das zentrale deutsche Gesetz für den Ausbau und die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Es legt fest, wie Strom aus Photovoltaik, Wind, Biomasse und Wasserkraft vergütet, gefördert und in das Stromnetz integriert wird. Die aktuelle Fassung ist das EEG 2023, zuletzt 2025 angepasst (Link).

Das EEG wurde erstmals im Jahr 2000 eingeführt und gilt international als eines der erfolgreichsten und dauerhaftesten Förderinstrumente für erneuerbare Energien. Sein Grundprinzip war von Anfang an, Investitionen in erneuerbare Energien durch planbare Vergütungen, Vorrang bei der Netzeinspeisung und klare Rahmenbedingungen wirtschaftlich attraktiv zu machen - gleichzeitig sanken die Vergütungen schrittweise mit der zunehmenden Marktfähigkeit der erneuerbaren Energien durch technischen Fortschritt und industrielle Massenproduktion.

Das Gesetz regelt unter anderem die Einspeisevergütung, die Marktprämie, die Direktvermarktung, die Netzanschlussbedingungen sowie technische Anforderungen an Anlagen.

Eigenverbrauch

Eigenverbrauch bei einer PV-Anlage bedeutet, dass der selbst produzierte Solarstrom ganz oder teilweise direkt vor Ort genutzt wird, anstatt ihn ins Stromnetz einzuspeisen. Der Eigenverbrauch beinhaltet den direkt genutzten Solarstrom sowie den zunächst in einem Batteriespeicher gespeicherten und später genutzten Solarstrom. Die absolute Höhe des Eigenverbrauchs (in kWh pro Jahr) gibt an, welche Energiemenge in diesem Zeitraum insgesamt aus der PV-Anlage genutzt wurde.

Siehe auch:

Eigenverbrauchsquote

Der Eigenverbrauchsquote gibt an, welcher Prozentsatz des erzeugten Solarstroms im Haushalt verbraucht wird:

Eigenverbrauchsquote = 100 x Eigenverbrauch / gesamte PV-Stromproduktion

Ein (sinnvoller) höherer Eigenverbrauch und eine hohe Eigenverbrauchsquote erhöhen die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage: die (vermiedenen) Kosten für den Strombezug sind bei neuen Anlagen meist höher sind als die Vergütung der Einspeisung. Die Eigenverbrauchsquote ist nicht mit dem Autarkiegrad zu verwechseln.

Siehe auch:

Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung ist die gesetzlich festgelegte Vergütung für Strom aus erneuerbaren Energien, der in das öffentliche Netz eingespeist wird. Sie soll Investitionen in Photovoltaik und andere erneuerbare Energien wirtschaftlich attraktiv machen und Planungssicherheit bieten. Ihre Höhe ist bei Photovoltaik u. a. abhängig vom Jahr der Inbetriebnahme, der Art der Einspeisung (Volleinspeisung oder Teileinspeisung) und der Größe der Anlage.

Die Einspeisevergütung ist ein zentrales Element des EEG und bildet die klassische Form der Förderung für kleinere und mittlere Anlagen. Für größere Anlagen gilt heute überwiegend die Marktprämie im Rahmen der Direktvermarktung, bei der der erzeugte Strom an der Strombörse vermarktet wird und die Vergütung über eine Kombination aus Marktpreis und Prämie erfolgt. Neue große Anlagen werden zudem häufig über Ausschreibungen (Auktionen) vergeben, bei denen der Zuschlag über wettbewerbliche Gebote erfolgt.

Siehe auch:

F

Farbige PV-Module

Farbige PV‑Module sind Solarmodule, die statt der üblichen blauen oder schwarzen Optik eine farbige Oberfläche besitzen. Sie sind in vielen Varianten erhältlich, etwa in Rot, Grün, Grau, Bronze oder Silber. Die Farbe wird dabei meist durch eine Beschichtung der Glasoberfläche erzeugt.

Der Vorteil farbiger Module liegt in ihrer optischen Integration: Sie fügen sich harmonischer in Dächer, Fassaden oder denkmalgeschützte Gebäude ein und eignen sich besonders für Fassaden‑PV oder Projekte, bei denen die Gestaltung eine wichtige Rolle spielt. Wie groß dieser Vorteil ist, hängt sehr vom konkreten Objekt und dem persönliche Geschmack ab.

Der Nachteil ist ein geringerer Wirkungsgrad aufgrund der Farbbeschichtung. Typisch sind Leistungsverluste von 10–20 % gegenüber Standardmodulen. Zudem sind farbige Module aufgrund kleinerer Stückzahlen und aufwendigerer Produktion deutlich teurer und bleiben daher ein Nischenprodukt. Die Kombination aus geringerem Wirkungsgrad und höheren Preisen reduziert zudem die Wirtschaftlichkeit.

Siehe auch:

G

GAK  (Geräteanschlusskasten)

Im Generatoranschlusskasten (GAK) werden die elektrischen Gleichstromleitungen von den Solarmodulen/Strings gebündelt, bevor sie zum Wechselrichter weitergeleitet werden. Dazu übernimmt der GAK wichtige Sicherheitsfunktionen, zum Beispiel den Schutz vor Überspannung.

Siehe auch:

Globalstrahlung

Globalstrahlung ist die gesamte Sonnenenergie, die auf eine horizontale Fläche an der Erdoberfläche trifft.

Sie setzt sich zusammen aus:

  • Direktstrahlung (Sonnenstrahlen, die ohne Ablenkung auf die Fläche treffen)
  • Diffuset Strahlung (Streuung an Wolken, Luftfeuchte, Staubpartikeln)

Gemessen wird sie in W/m² (Momentanwert) oder als Jahressumme in kWh/m². Typische Werte für Deutschland sind je nach Region ungefähr bei 900–1.200 kWh/m² pro Jahr auf horizontaler Fläche. Die höchsten Werte in Süddeutschland, die niedrigsten im Norden.

Die Globalstrahlung eines Standorts ist ein wichtiger Ausgangsfaktor für PV: Sie bestimmt maßgeblich den spezifischen Ertrag einer PV‑Anlage. Je höher die Globalstrahlung, desto mehr kWh pro kWp sind möglich. Bei der Ermittlung des spezifischen Ertrags werden dann auch weitere Faktoren wie Ausrichtung, Neigung und Verschattung berücksichtigt.
 

Siehe auch:

H

Hotspot

Hotspots sind lokal überhitzte Bereiche in einem PV‑Modul, die entstehen, wenn einzelne Solarzellen verschattet oder beschädigt sind. Die betroffene Zelle arbeitet dann nicht mehr als Stromerzeuger, sondern als Widerstand, der sich stark erhitzt. Ein Hotspot kann Temperaturen von über 100 °C erreichen und langfristig zu Leistungsverlust, Degradation oder zu Modulschäden führen. Typische Ursachen sind punktuelle Verschattung (Laub, Schmutz, Vogelkot), defekte Zellen, Mikrorisse oder beschädigte Bypass‑Dioden.

Durch verbesserte Modulproduktion, optimiertes Moduldesign (z.  B. leistungsfähigere Bypass‑Dioden, Glas‑Glas‑Aufbau) und intelligentere Regelung moderner Wechselrichter treten Hotspots heute deutlich seltener auf als früher – sind aber nicht vollständig verschwunden.

Siehe auch:

HTW Berlin - Forschungsgruppe Solarspeichersysteme

Die Forschungsgruppe Solarspeichersysteme der HTW Berlin untersucht Photovoltaik‑ und Batteriespeichersysteme im Heimbereich. Sie veröffentlicht unabhängige Studien und stellt mehrere frei zugängliche Online‑Werkzeuge bereit. Zu den wichtigsten gehören:

  • Unabhängigkeitsrechner:
    Ein einfacher, intuitiver Rechner zur schnellen Visualisierung von Autarkie und Eigenverbrauch auf Basis des Stromverbrauchs. Nutzer können PV‑Leistung und Speichergröße variieren und sofort sehen, wie sich der Autarkie, Eigenverbrauch und Netzbezug verändern. Ideal für eine erste Einschätzung und Visualisierung.
  • Solarisator:
    Ein detaillierterer, planungsorientierter Rechner, der die optimale PV‑Anlagengröße ermittelt. Er berücksichtigt auch einzelne Verbraucher wie Wärmepumpe oder E‑Auto und liefert realistischere Werte zu Eigenverbrauch, Autarkie und Wirtschaftlichkeit. Der Solarisator für eine präzisere, verbraucherbasierte Planung.

Siehe auch:

I

Isolationswiderstand

Der Isolationswiderstand wird bei der Inbetriebnahme einer PV‑Anlage geprüft, und moderne Wechselrichter überwachen ihn auch im laufenden Betrieb. Er zeigt an, wie gut die Anlage elektrisch isoliert ist

Ein zu niedriger Isolationswiderstand weist auf Defekte wie beschädigte Kabel, feuchte oder schlechte Steckverbindungen oder Probleme mit Erdung und Potentialausgleich hin.

J

Jahresgang  (Jahresverlauf)

Der Jahresgang beschreibt die typische, jahreszeitlich bedingte Schwankung der Stromerzeugung einer PV‑Anlage. Da die verfügbare Sonneneinstrahlung im Jahresverlauf stark variiert, unterscheidet sich auch die monatliche Energieproduktion deutlich. Im Sommerhalbjahr (April bis September) erzeugen PV‑Anlagen den größten Teil ihres Jahresertrags. Ursache sind längere Tage, höhere Sonnenstände und intensivere Einstrahlung. Im Winterhalbjahr (vor allem November bis Februar) sinkt die Produktion deutlich, da die Sonne tiefer steht und die Tage kürzer sind.

Typisch für Deutschland ist eine grobe Verteilung von 70–80 % des Jahresertrags im Sommerhalbjahr und 20–30 % im Winterhalbjahr. Der genaue Jahresgang hängt von Standort, Dachausrichtung, Neigung, Verschattung und Wetterbedingungen ab. So erzielt beispielsweise eine Südfassaden‑Anlage in Süddeutschland deutlich höhere Wintererträge als eine flach geneigte Ost‑West‑Anlage in Norddeutschland. Der Jahresgang kann mit PVGIS prognostiziert werden und ist eine wichtige Grundlage für Anlagenplanung und Dimensionierung.

Siehe auch:

K

kW  (Kilowatt)

Das Kilowatt (kW) ist die Maßeinheit für die elektrische Leistung. Die Leistung gibt an, wie viel Energie zu einem bestimmten Zeitpunkt erzeugt oder verbraucht wird. Ein Kilowatt entspricht 1000 Watt. Die aktuelle Leistung einer PV-Anlage bestimmt (bei Anlagen ohne Speicher), wieviel Strom Sie in diesem Moment verbrauchen können, ohne dass ein Strombezug aus dem Netz erforderlich ist. 

Weitere wichtige elektrischen Grundgrößen in diesem Kontext sind:

  • elektrische Stromstärke, gemessen in Ampere (A),
  • elektrische Spannung, gemessen in Volt (V) 
  • elektrische Leistung = Spannung * Stromstärke
  • elektrische Arbeit = Elektrische Leistung * Zeit

kWh  (Kilowattstunde)

Die Kilowattstunde (kWh) die Einheit für die tatsächlich erzeugte Energie (Arbeit) einer PV-Anlage. Sie zeigt an, wie viel Energie über einen bestimmten Zeitraum tatsächlich von Ihrer Anlage produziert wurde und ist nur aussagekräftig, wenn man den Zeitraum kennt auf den sie sich bezieht (z. B. der Jahresertrag der Anlage). 

Produziert eine PV-Anlage eine Stunde lang mit einer durchschnittlichen Leistung von 1 kW , so erzeugt sie 1 kWh Energie (Arbeit = Leistung x Zeit). Die ins Netz eingespeiste und aus dem Netz bezogene Energie wird vom Stromzähler gemessen und bildet die Grundlage für die Abrechnung mit ihrem Energieversorger/Netzbetreiber.  

Siehe auch:

kWp  (Kilowatt-Peak, Nennleistung)

Kilowatt-Peak (kWp) ist eine Maßeinheit in der Photovoltaik, die die Leistung eines Solarmoduls unter Standard-Testbedingungen beschreibt (Nennleistung). Sie ist im Datenblatt der Module zu finden und beschreibt die theoretische Spitzenleistung unter optimalen Bedingungen. Es handelt sich um eine theoretische Spitzenleistung, sie ist wichtig für die Vergleichbarkeit verschiedener Solarmodule. Die tatsächliche Leistung (kW) in der Praxis liegt darunter und hängt vom Standort, den aktuellen Bedingungen (Sonneneinstrahlung, Temperatur, Verschattung) und dem Zustand der Anlage ab.

Der Kilowatt-Peak Wert einer PV-Anlage ergibt sich aus der maximalen Leistung eines Solarmoduls und der Zahl der Module. Er ist wichtig für die Dimensionierung der Gesamtanlage (z. B. die Dimensionierung des Wechselrichters), den Vergleich von PV-Anlagen und die Abschätzung der möglichen PV Erträge. In Deutschland erreicht eine Anlage an einem guten Standort im Schnitt einen Jahresertrag von 900-1000 kWh je installiertem kWp.

Siehe auch:

 

L

Leistungsoptimierer (Optimierer)

Der Ertrag einer PV‑Anlage kann durch Teilverschattungen deutlich beeinträchtigt werden. Da die Module eines Strings in Reihe geschaltet sind, wirkt sich die Verschattung einzelner Module auf die Leistung des gesamten Strings aus. Leistungsoptimierer sollen solche Verluste reduzieren. Sie sind Elektronikbauteile, die direkt an jedem Solarmodul angebracht werden und dort den individuellen „Maximum Power Point“ (MPP) ermitteln und optimieren. Im Gegensatz zum Wechselrichter, dessen MPP‑Tracker den gesamten String einheitlich regelt, erfolgt die Optimierung hier modulweise.

Nachteilig an Leistungsoptimierern sind die zusätzlichen Kosten, der geringe Eigenverbrauch der Geräte (typisch ca. 1 % des PV‑Ertrags) sowie der erhöhte Wartungsaufwand. Durch die vielen zusätzlichen Elektronikkomponenten an schwer zugänglichen Stellen können Reparaturen aufwendiger und teurer werden. Während Leistungsoptimierer hardwarebasiert auch komplexe Verschattungssituationen abmildern, verfügen moderne Wechselrichter über softwarebasierte Funktionen wie Schattenmanagement, die einfache Verschattungen ohne zusätzliche Hardware kompensieren können.

Weder Leistungsoptimierer noch Schattenmanagement können Verschattung vollständig „lösen“. Sie ersetzen keine sorgfältige Planung und sind kein Allheilmittel für verschattete Dachbereiche. Oft gibt es einfachere und effektivere Maßnahmen, um Ertragsverluste zu vermeiden – etwa eine alternative Modulbelegung oder das Zurückschneiden eines Baumes.

Siehe auch:

M

MaStr  (Marktstammdatenregister)

Das Marktstammdatenregister (MaStR) ist ein zentrales Register der Bundesnetzagentur, das Anlagen zur Erzeugung und Speicherung von Strom und Gas in Deutschland erfasst, die mit dem öffentlichen Netz verbunden sind. Es beinhaltet alle Stromerzeugungsanlagen vom Großkraftwerk bis zum Balkonkraftwerk. Alle Anlagenbetreiber sind verpflichtet, ihre Anlage spätestens einen Monat nach Inbetriebnahme anzumelden. Stimmen Sie sich mit Ihrem Installateur ab, ob er diese Aufgabe mitübernimmt.

Siehe auch:

Messkonzepte

Messkonzepte beschreiben, wie Stromflüsse in einer PV‑Anlage erfasst und abgerechnet werden. Sie legen fest, welche Stromzähler benötigt werden, wie diese verschaltet sind und wie Einspeisung, Bezug und ggf. weitere Verbraucher oder Erzeuger voneinander abgegrenzt werden. Messkonzepte sind notwendig, um die Anforderungen des Netzbetreibers zu erfüllen und eine korrekte Abrechnung von Strombezug, Einspeisevergütung oder Direktvermarktung sicherzustellen.

In der Praxis unterscheiden sich Messkonzepte je nach Art der PV‑Anlage (Volleinspeisung, Teileinspeisung), nach zusätzlichen Komponenten wie Wärmepumpen oder Wallboxen sowie nach steuerlichen und energiewirtschaftlichen Vorgaben. Messkonzepte sind in Deutschland nicht vollständig standardisiert, sondern werden vom jeweiligen Netzbetreiber definiert. Die meisten orientieren sich jedoch an einer Reihe etablierter Varianten. Die einfachsten und häufigsten Messkonzepte bestehen aus einem Zweirichtungszähler und einem Erzeugungszähler (z.  B. bei Volleinspeisung), während komplexere Anlagen zusätzliche Zähler oder Messpunkte benötigen.

In der Regel veröffentlichen die Netzbetreiber ihre Messkonzepte auf ihren Webseiten. Hier ein Beispiel.

Moderne Smart Meter ersetzen diese Messkonzepte nicht, aber sie ermöglichen zusätzliche technische Funktionen (z. B. Einspeisemanagement, Fernauslesung und Lastgangerfassung) sowie neue Tarifformen (z. B. flexible Stromtarife).

MPPT-Tracker  (Maximum Power Point Tracking)

Ein MPPT-Tracker ist ein elektronisches Bauteil in Wechselrichtern, das dafür sorgt, dass Solarmodule die maximale unter den aktuellen Bedingungen mögliche Leistung erbringen. In der Regel sind ein oder mehrere MPPT-Tracker in den Wechselrichter integriert.

An einem MPPT-Tracker wird entweder ein einzelner PV-String angeschlossen, oder es werden mehrere PV-Strings parallel geschaltet. Im Falle einer Parallelschaltung ist sicherzustellen, dass die Spannungen der entsprechenden PV-Strings sehr ähnlich sind (Zahl der Module, Ausrichtung, Verschattung...). 

Siehe auch:

N

NVP  (Netzverträglichkeitsprüfung)

Die Netzverträglichkeitsprüfung (NVP) findet auf Basis von §8 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2023) statt. Eine daraus resultierende Anschlusszusage ist Voraussetzung für die Inbetriebnahme/Einspeisung einer Solaranlage. 

Sobald die technischen Daten der PV-Anlage feststehen, stellt typischerweise Ihr Installationsbetrieb (diesen Schritt kann der künftige Anlagenbetreiber aber auch selbst vornehmen) ein Netzanschlussbegehren. Auf dieser Basis führt der zuständige Netzbetreiber die Netzverträglichkeitsprüfung durch und prüft, ob das öffentlichen Stromnetz für Ihre Anlage ausreichend ist. Die Anschlusszusage kann unter Auflagen erfolgen, bei größeren Anlagen wird in der Regel der Einbau eines Rundsteuerempfängers erforderlich. Dieser ermöglicht die vorübergehende ferngesteuerte Anpassung der Einspeiseleistung Ihrer PV-Anlage bei Netzengpässen. 

Am besten sollte die Anschlusszusage daher bereits vor Baubeginn vorliegen. Zwischen dem Netzanschlussbegehren und der Inbetriebnahme muss mindestens ein voller Kalendermonat liegen, um eine Strafzahlung zu vermeiden. 

Siehe auch:

P

PERC

PERC (Passivated Emitter and Rear Cell) ist eine Weiterentwicklung der klassischen Solarzelle mit verbessertem Wirkungsgrad. Auf der Rückseite der Zelle befindet sich eine zusätzliche passivierende Schicht, die verhindert, dass Licht und Ladungsträger verloren gehen. Dadurch kann die Zelle mehr Licht nutzen und erreicht einen höheren Wirkungsgrad als herkömmliche Standardzellen. PERC‑Module sind seit rund zehn Jahren weit verbreitet, weil sie effizient, zuverlässig und kostengünstig herzustellen sind.

PERC war lange Zeit Stand der Technik, ist ausgereift und bewährt, wird aber zunehmend durch neuere Technologien ersetzt. Gleichzeitig war „PERC“ für viele Laien ein Synonym für einen Effizienzsprung, weshalb der Begriff auch heute noch gerne im Marketing verwendet wird. Praktisch ist PERC inzwischen ein bewährter, aber rückläufiger Standard. Seit 2023/2024 wird PERC zunehmend durch Weiterentwicklungen wie TOPCon und HJT abgelöst, die vor allem bei diffusem Licht, niedrigen Temperaturen und im Winter bessere Leistungen erzielen.

Siehe auch:

Post-EEG-Anlagen (Ü20-Anlagen, ausgeförderte Anlagen)

Post‑EEG‑Anlagen sind Erneuerbare‑Energien‑Anlagen (meist PV), deren 20‑jährige Förderung nach dem Erneuerbare‑Energien‑Gesetz (EEG) ausgelaufen ist. Meist nutzen private Dachanlagen in diesem Alter aktuell die Volleinspeisung. Technisch können diese Anlagen meist problemlos weiter genutzt werden, aus wirtschaftlicher Sicht sollten Anlagenbetreiber aber genau prüfen, wie sie weiter vorgehen.

  • Option 1: Weiterbetrieb mit Volleinspeisung: Sie lassen die Anlage technisch unverändert laufen. Anstatt der hohen Vergütungen der 2000er‑Jahre (45–55 Cent) erhalten Sie nur noch eine deutlich niedrigere Vergütung, die sich am Jahresmarktwert Solar orientiert. 3–5 Cent je kWh sind dafür realistische Werte. Damit sinken die Erträge erheblich um grob 90%. Wenn Sie nichts tun, greift automatisch diese Option.
  • Option 2: Technische Umstellung auf Eigenverbrauch: Dies erfordert Anpassungen an der Elektrik, deren Umfang vom Einzelfall abhängt. Optional kommt auch die Nachrüstung eines Batteriespeichers oder Revamping‑Maßnahmen in Frage.
  • Option 3: Repowering: Austausch wesentlicher Komponenten oder meist der kompletten Anlage gegen neue, leistungsstärkere Technik. Diese Option hat die höchsten Kosten, ist gleichzeitig aber auch die dauerhafteste Lösung und erhöht die Anlagenleistung erheblich.
  • Option 4: Stilllegung: Die Anlage wird stillgelegt und ersatzlos entsorgt. Dies sollte nur im Ausnahmefall notwendig sein, z.  B. wenn bei Option 1 irgendwann größere Reparaturen anstehen oder wenn mittelfristig eine Dachsanierung ansteht.

Einschätzung:  Welche der Optionen die beste ist, hängt stark von der individuellen Konstellation ab. Option 1 erfordert keine Aktion, ist meist nur eine Übergangslösung. Welche der Optionen 2 und 3 sinnvoller ist, hängt vor allem vom Umfang der notwendigen Elektroarbeiten und dem Zustand der Altanlage ab. Falls die technische Umstellung auf Eigenverbrauch komplex und teuer ist, wird Option 3 schnell zur wirtschaftlicheren Maßnahme.

Anmerkung: Wenn aktuell realisierte private Dachanlagen in 20 Jahren zu Post‑EEG‑Anlagen werden, wird diese Frage voraussichtlich deutlich unwichtiger sein, da sie technisch und wirtschaftlich ohnehin auf Teileinspeisung ausgelegt sind.


Link:

PV  (Photovoltaik)

Photovoltaik (PV) bzw. Fotovoltaik ist die direkte Umwandlung von Licht in elektrische Energie. In der Solarzelle wird dazu der photoelektrische Effekt genutzt und Gleichstrom erzeugt. In der Regel wird dieser dann durch Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt.

Die ersten Solarzellen wurden in den 1950er-Jahren für die Raumfahrt genutzt, später erfolgte die Nutzung in Kleingeräten wie Taschenrechnern, 1981 erstmals eine Einspeisung ins Stromnetz. Seitdem ist die Effizienz (erzeugte Energiemenge je Quadratmeter) stark gestiegen, vor allem aber sind die Kosten infolge der industriellen Massenfertigung und Automatisierung massiv gesunken.   

Siehe auch:

PVGIS

PVGIS ist ein kostenloses Online‑Tool der Europäischen Kommission zur Berechnung des erwarteten Solarertrags von Photovoltaikanlagen. Es liefert standortbezogene Daten zu Sonneneinstrahlung, Wetter, Modulertrag, Verschattung und Jahresproduktion und ist eines der am besten und am häufigsten genutzten Werkzeuge für die erste Ertragsabschätzung einer PV‑Anlage.

PVGIS basiert auf langjährigen Satelliten‑ und Wetterdaten und ermöglicht sowohl einfache Standardberechnungen als auch detaillierte Simulationen mit individuellen Parametern wie Neigung, Ausrichtung, Systemverlusten oder Tracking. Das Tool wird regelmäßig aktualisiert und gilt als verlässliche Referenz für Planer, Installateure und private Anlagenbetreiber. Eine leistungsstarke kommerzielle Alternative ist Solcast. Die Plattform liefert sehr genaue Solarstrahlungs‑, Live‑ und Forecast‑Daten mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung

Link:s 

Siehe auch:

PV*SOL

PV*SOL / PV*SOL Premium ist eine kostenpflichtig Simulationssoftware des Berliner Herstellers Valentin Software. Sie ermöglicht die detaillierte Planung von Photovoltaikanlagen und ist besonders dann hilfreich, wenn Dächer komplex, oder teilverschattet sind. Im Gegensatz zu Einstrahlungsrechnern wie PVGIS arbeitet PV*SOL (Premium) in einem vollwertigen 3D‑Modell und berechnet Verschattung modulgenau und über das gesamte Jahr.

Die Software kann reale Dachgeometrien, Bäume, Nachbargebäude und andere Hindernisse abbilden und zeigt exakt, wie stark einzelne Modulreihen oder Strings verschattet werden. Auch Optimierer, Mikrowechselrichter und unterschiedliche Stringkonzepte lassen sich realistisch simulieren. Für eine präzise Verschattungsanalyse ist PV*SOL (Premium) eine der zuverlässigsten Lösungen im Heimbereich.

Tipp: Es gibt eine kostenlose  30-Tage-Testversion.

Link:

R

Repowering und Revamping

Repowering und Revamping sind eng miteinander verbundene, aber klar voneinander abzugrenzende Begriffe für die Optimierung älterer Bestandsanlagen. Beide sind sinnvolle wirtschaftliche Maßnahmen, um bestehende PV‑Anlagen technisch und wirtschaftlich zu optimieren. Erfolgen die Maßnahmen während der EEG‑Laufzeit, sollten Sie insbesondere beim Repowering behutsam vorgehen.

Revamping (Modernisierung, Instandhaltung) bezeichnet die teilweise Erneuerung oder Instandsetzung einer bestehenden Photovoltaikanlage ohne Erhöhung der installierten Leistung. Die Maßnahmen dienen dem Erhalt, der Lebensdauer und der Effizienz der Anlage bei unveränderter Nennleistung. Die Anlage bleibt technisch und rechtlich dieselbe Anlage. Typische Maßnahmen sind

  • Austausch einzelner defekter Module,
  • Austausch eines Wechselrichters durch ein gleichwertiges Nachfolgemodell,
  • Nachrüstung von Leistungsoptimierern,
  • Anpassungen am Messkonzept (z.  B. Umstellung von Voll‑ auf Teileinspeisung).

EEG‑Einordnung:

  • Die Vergütung bleibt erhalten, solange die Nennleistung unverändert bleibt und die Anlage weiterhin als dieselbe gilt.
  • Formelle Pflichten können dennoch bestehen (z. B. MaStR‑Meldung, Netzbetreiber‑Mitteilung, Messkonzept‑Anpassung).
  • Revamping löst keine neue Anlage im Sinne des EEG aus.
     

Repowering (Leistungssteigerung, Erneuerung mit Erweiterung) bezeichnet den umfangreichen oder vollständigen Austausch zentraler Komponenten einer bestehenden PV‑Anlage, verbunden mit einer Erhöhung der installierten Leistung. Typische Maßnahmen sind

  • Austausch aller Module durch leistungsstärkere Module,
  • Austausch oder Ergänzung des Wechselrichters,
  • Erneuerung der elektrischen Infrastruktur und des Messkonzepts,
  • Vollständiger Neubau der Anlage am selben Standort.

EEG‑Einordnung:

  • Bei Leistungserhöhung wird die Anlage virtuell aufgeteilt in Altanlage (→ behält die ursprüngliche Vergütung) und Mehrleistung → (erhält die aktuelle Vergütung).
  • Achtung: Diese Regelung wurde für Dachanlagen mit dem Solarpaket I (2024) eingeführt. Die beihilferechtliche Prüfung der EU ist jedoch Stand Frühjahr 2026 noch nicht abgeschlossen. Die Vergütungssicherheit bei umfangreichem Repowering ist daher noch nicht abschließend geklärt.

Es empfiehlt sich, den Ausgang des Beihilfeverfahrens abzuwarten, wenn die Bestandsanlage aktuell noch eine hohe EEG‑Vergütung enthält. Bei Post-EEG-Anlagen stellt sich diese Problematik nicht.

 Links 

RSE  (Rundsteuerempfänger)

Ein Rundsteuerempfänger (RSE) ist ein Gerät, das über das Stromnetz oder per Funk Signale vom Netzbetreiber empfängt. Dadurch kann er die Einspeisung des erzeugten Solarstroms flexibel regeln und die Netzeinspeisung der PV-Anlage bei zu hoher Netzbelastung vorübergehend drosseln oder stoppen werden. 

Der Eigenverbrauch ist in dieser Zeit uneingeschränkt möglich. Rundsteuerempfänger sind für Neuanlagen meist ab einer Anlagengröße von 25 kWp vorgeschrieben.

Siehe auch:

S

SLS  (Selektiver Leitungsschutzschalter)

Der selektive Leitungsschutzschalter schützt vor Überstrom. Er ist typischerweise im Zählerschrank vor dem Stromzähler. Im Unterschied zu Leitungsschutzschaltern (LS), die einzelne Stromkreise absichern, sichert er die Hauptzuleitung. Bei neuen Zählerplätzen ist ein SLS in der Regel Pflicht und muss daher im Zuge einer PV-Anlage häufig nachgerüstet werden, falls er nicht bereits vorhanden ist.

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Smart Meter (Intelligentes Messsystem)

Ein Smart Meter (intelligentes Messsystem) ist ein digitaler Stromzähler, der den Stromverbrauch und die Einspeisung einer PV-Anlage automatisch erfasst und über eine sichere Datenverbindung an den Messstellenbetreiber übermittelt.

Im Gegensatz zu klassischen Zählern ermöglicht ein Smart Meter eine zeitlich genaue Erfassung des Stromverbrauchs (z. B. viertelstündlich) und bildet damit die Grundlage für neue Anwendungen wie dynamische Stromtarife oder intelligentes Energiemanagement.

Für Betreiber von PV-Anlagen ist ein Smart Meter vor allem dann relevant, wenn zusätzliche Verbraucher wie Wärmepumpe oder Wallbox vorhanden sind oder wenn flexible Stromtarife genutzt werden sollen. In Deutschland ist der Einbau unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtend, etwa bei höherem Stromverbrauch oder größeren PV-Anlagen. Durch das Solarspitzengesetz haben Smart Meter weiter an Bedeutung für PV‑Anlagen gewonnen; sie ermöglichen dem Netzbetreiber beispielsweise eine intelligentere Steuerung.

Ein Smart Meter selbst steuert keine Geräte, kann aber in Kombination mit Energiemanagementsystemen dazu beitragen, den Eigenverbrauch zu optimieren und Stromkosten zu senken.
 

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Solarkataster

Ein Solarkataster ist eine digitale Karte, die zeigt, wie gut sich einzelne Dächer für Photovoltaik eignen. Es liefert eine schnelle Ersteinschätzung zu Eignung und Verschattung. Ein Solarkataster ersetzt keine Planung, ist aber ideal für die erste Orientierung.

Beispiel Baden‑Württemberg: Im Energieatlas BW kannst du per Adresse direkt auf Gebäude gezoomt werden. Die interaktive Karte färbt Dächer nach Solareignung ein und zeigt mit einem Klick grobe Leistungs‑ und Ertragsabschätzungen. Sie erkennt dabei auch Verschattung durch Nachbargebäude.

Verfügbarkeit: Solarkataster gibt es in Deutschland nicht flächendeckend und in unterschiedlicher Qualität. Viele Bundesländer und Kommunen bieten jedoch eigene Lösungen an, die sich leicht über eine Suche nach „Solarkataster + Bundesland/Region/Kommune“ finden lassen.

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Solarmodul (PV-Modul, Panel)

Ein Solarmodul ist das Bauteil der PV-Anlage, das Sonnenlicht in elektrische Energie umwandelt. In einem Solarmodul werden Solarzellen in Reihe geschaltet und vor Witterungseinflüssen geschützt. Oft werden die Module dazu in zwei Hälften geschnitten (Half-Cut). Ein Halbzellenmodul besteht daher zum Beispiel aus 120 Halbzellen anstatt aus 60 Vollzellen. Typischer Aufbau:

  • Frontglasscheibe,
  • Solarzellen,
  • Rückseite aus Folie oder Glas,
  • Aluminiumrahmen,
  • Anschlusssteckdose zur Verbindung der Module.

Solarmodule werden auch Solarpanele genannt. Solarkollektoren sind dagegen keine Solarmodule, sie erzeugen keinen Strom, sondern wandeln Sonnenlicht in Wärme um (Solarthermie).

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Solarzelle

Solarzellen wandeln mit dem photovoltaischen Effekt Sonnenlicht in elektrische Energie um. Dabei regen Photonen (Licht) den Halbleiter der Zelle an und erzeugen so elektrische Spannung. Die meisten modernen Solarzellen bestehen aus Silizium und sind monokristallin. Solarzellen sind die grundlegenden Elemente von Solarmodulen.

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Spezifischer Ertrag (kWh/kWp)

Der spezifische Ertrag beschreibt, wie viel elektrische Energie eine Photovoltaikanlage pro installiertem Kilowattpeak (kWp) in einem bestimmten Zeitraum erzeugt. Er wird in kWh/kWp angegeben und ermöglicht den Vergleich von PV‑Anlagen unabhängig von ihrer Größe.

Der spezifische Ertrag ergibt sich aus dem Standort (Globalstrahlung), der Ausrichtung und Neigung der Module, Verschattung, Temperatur, Wechselrichterauslegung, der Effizienz der Anlage sowie dem Betriebs- und Wartungszustand. Er eignet sich sowohl für die Planung (Erwartungswerte) als auch für die Betriebsanalyse (Soll‑Ist‑Vergleich) und ist ein wichtiger Indikator für die Wirtschaftlichkeit einer PV‑Anlage.

Typische Werte in Deutschland liegen je nach Region und Anlagenkonfiguration zwischen 900 und 1.100 kWh/kWp pro Jahr. Höhere oder niedrigere Werte sind möglich, wenn besondere Bedingungen vorliegen, etwa starke Verschattung, außergewöhnlich gute Einstrahlung oder optimierte Anlagenkonzepte.

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Standardtestbedingungen (STC)

Standardtestbedingungen (englisch Standard Test Conditions, STC) sind fest definierte Laborbedingungen, unter denen die Nennleistung (kWp) von PV‑Modulen gemessen wird: 1000 W/m² senkrechte Einstrahlung, 25 °C Zelltemperatur und das Lichtspektrum AM 1.5.

STC sind vollständig standardisiert und ermöglichen eine weltweit einheitliche Vergleichbarkeit von PV‑Modulen. In der Praxis treten diese Bedingungen jedoch fast nie auf, da die Einstrahlung meist niedriger bzw. die Temperaturen höher sind. Für die Planung sind STC dennoch wichtig, weil sie auf allen Moduldatenblättern angegeben werden und eine klare Vergleichsbasis schaffen. Die realen Standortbedingungen werden später in der Dimensionierung und in Ertragsprognosen berücksichtigt.

Im Unterschied dazu beschreiben die NOC (Normal Operating Conditions) realitätsnähere Betriebsbedingungen, wie sie typischerweise im Alltag auftreten. Häufig verwendet werden 800 W/m² Einstrahlung und 20 °C Umgebungstemperatur. NOC‑Werte zeigen besser, wie ein Modul unter üblichen Außenbedingungen performt – also näher an dem, was tatsächlich auf dem Dach passiert. Sie sind jedoch weniger streng standardisiert und werden nicht von allen Herstellern auf den Produktdatenblättern angegeben.

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String

Ein String in einer PV-Anlage ist eine Gruppe von Solarmodulen, die elektrisch in Reihe miteinander verbunden sind. Durch diese Reihenschaltung von Modulen vereinfacht sich die Verkabelung. Dazu erhöht sich die Spannung, was für einen effizienten Betrieb von Wechselrichtern erforderlich ist. Die mögliche Zahl von Modulen in einem String und die maximale Zahl der Strings an einem Wechselrichter ergibt sich aus den Daten des Wechselrichters.

Alle Module eines Strings sollten möglichst ähnliche Gegebenheiten (Ausrichtung und Beschattung) haben, sonst beeinträchtigen einzelne Module die Leistung des gesamten Strings. Die Planung und Dokumentation der Strings erfolgt in einem Stringplan. Der Stringplan gibt an, welche einzelnen Solarmodule in welchen Strings verbunden sind und welcher String an welchen Eingang des Wechselrichters angeschlossen wird. Dies erleichtert auch spätere Optimierungs- und Wartungsmaßnahmen.

Siehe auch:

T

Taubenschutz

Taubenschutz umfasst mechanische Maßnahmen, die verhindern sollen, dass Tauben oder andere Vögel unter PV‑Module gelangen und dort nisten. Am häufigsten werden Barrieren wie Edelstahlgitter oder Bürstenleisten eingesetzt, die die Modulränder verschließen, ohne die Hinterlüftung zu beeinträchtigen. Taubenschutz sollte nur eingesetzt werden, wenn tatsächlich ein entsprechendes Risiko besteht, da er ansonsten unnötige Kosten verursacht.

Vorteile: Schützt Kabel und Elektrik vor Beschädigungen, verhindert Nester und Verschmutzungen unter den Modulen, reduziert Taubenkot auf der Anlage und verbessert langfristig die Betriebssicherheit sowie die Erträge.
Nachteile: Verursacht zusätzliche Kosten und Montageaufwand, ist je nach System optisch sichtbar und kann bei ungeeigneten oder falsch montierten Lösungen die Hinterlüftung beeinträchtigen. Günstige Kunststoffsysteme altern schnell und müssen häufiger ersetzt werden.

Teileinspeisung (Überschusseinspeisung)

Bei der Teileinspeisung wird ein Teil des erzeugten Solarstroms selbst verbraucht, während der überschüssige Strom in das öffentliche Netz eingespeist wird. Der Betreiber profitiert dabei sowohl vom Eigenverbrauch (Einsparung von Stromkosten) als auch von einer Einspeisevergütung für den nicht selbst genutzten Strom.

Teileinspeisung ist heute der dominierende Standard bei privaten PV‑Anlagen, da der Eigenverbrauch wirtschaftlich besonders attraktiv ist: Die vermiedenen Stromkosten sind deutlich höher als die Einspeisevergütung. Einspeisung und Stromverbrauch werden dabei in der Regel über einen Zweirichtungszähler erfasst.

Siehe auch:

Ü

ÜSS  (Überspannungsschutz, SPD)

Der Überspannungsschutz oder auch SPD (engl. Surge Protective Device) schützt die Komponenten wie Wechselrichter und Batteriespeicher vor plötzlichen Spannungsspitzen, die z. B. bei Blitzeinschlägen oder Problemen im Stromnetz auftreten können.

Siehe auch:

V

Vollspeisung

Bei der Volleinspeisung wird der gesamte erzeugte Solarstrom in das öffentliche Stromnetz eingespeist und über einen separaten Einspeisezähler abgerechnet. Der Anlagenbetreiber nutzt den erzeugten Strom nicht selbst, sondern erhält ausschließlich eine Einspeisevergütung (bei größeren Anlagen Marktprämie bzw. Direktvermarktung) für jede eingespeiste Kilowattstunde. Der Haushaltsstrom wird vollständig aus dem Netz bezogen.

Volleinspeisung wird häufig gewählt, wenn der Eigenverbrauch gering ist oder wenn die Einspeisevergütung wirtschaftlich attraktiver ist als der Eigenverbrauch. Dies ist beispielsweise bei Freiflächenanlagen oder großen gewerblichen Anlagen weiterhin üblich. Historisch war die Volleinspeisung auch bei kleinen privaten Anlagen die Regel, da die Einspeisevergütung früher deutlich höher war als die Strombezugskosten.

Siehe auch:

W

Wechselrichter (Inverter, Umrichter)

Der Wechselrichter (Inverter) ist ein zentraler Bestandteil der PV-Anlage. Seine zentrale Funktion ist die Umwandlung des erzeugten Gleichstroms (DC) in Wechselstrom (AC) mit der dafür notwendigen Spannung/Frequenz für die Nutzung im Haushalt und die Einspeisung ins Stromnetz. Daneben erfüllt er weitere Funktionen bei der Optimierung der Stromerzeugung (MPP-Tracking) und der Überwachung der Einspeisung. Hybridwechselrichter steuern zusätzlich auch die Ein- und Ausspeisung des Batteriespeichers. Moderne Wechselrichter sind dreiphasig und verfügen über mehrere Eingänge/MPP-Tracker für den Anschluss von PV-Strings.

Die Dimensionierung und der Typ des Wechselrichters sind auf die PV-Anlage abzustimmen. Eine gewisse Überdimensionierung der Module im Verhältnis zum Wechselrichter ist üblich. Wie stark sie sein kann hängt vom Standort und der Ausrichtung der Anlage ab. Bei einem ungünstigen Dach mit schlechter Ausrichtung kann die Überdimensionierung größer sein, als bei einem Süd-Dach. Auch bei Anlagenteilen mit unterschiedlicher Ausrichtung (z. B. West/Ost) kann die Überdimensionierung größer sein, da die unterschiedlichen Anlagenteile ihre Spitzenleistung zu unterschiedlichen Tageszeiten haben.

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